29.01.2017, von Patrick Lange

Weißt du noch? – Als Orkan Kyrill durch Hagen wütete

Hagen. Genau 10 Jahre ist es nun her, dass Sturmtief Kyrill die Hagener Waldlandschaft nachhaltig verändert hat. Auch das THW Hagen war damals stark mit eingebunden.

Unwetterwarnungen, Orkane oder Überschwemmungen – Alles Wetterphänomene, die im vergangenen Jahrzehnt an ihrer Häufigkeit erschreckend zugenommen hat.

Erst im vergangen Jahr war unser Ortsverband mit seinen Helferinnen und Helfer im Kreis Borken an der Issel im Einsatz um einen Reiterhof vor Überschwemmungen zu beschützen. Innerhalb weniger Stunden wurde hier aus einem friedlichen Bach ein tosender Fluss.

Auch Hagen hat es in der Vergangenheit schwer getroffen. Unsere Stadt besitzt rund 40 Prozent Waldfläche, welche durch den Orkan Kyrill im Jahre 2007 einiges aushalten musste.

Das Sturmtief Kyrill war für den 18. Januar 2007 angekündigt. Schon am frühen Nachmittag erreichte der Sturm beachtliche Geschwindigkeiten, sodass die Stadt Hagen einen Krisenstab für die anstehende Koordinierung der Einsätze einrichtete. Auch unser Fachberater und Orsbeauftragter Rüdiger Splitt war Teil dieses Krisenstabs. Gegen 16 Uhr entschied Splitt den gesamten technischen Zug des Ortsverbands Hagen zu alarmieren und in der Unterkunft auf weitere Anweisungen ausharren zu lassen.

Die Gruppen mussten nicht lange auf weitere Instruktionen warten. Der Sturm wurde in den Abendstunden immer heftiger, so dass zur Unterstützung auch die erste Bergrungsgruppe des Ortsverbands Remscheid alarmiert wurde. Im Sekundentakt gingen weitere Einsatzmeldungen bei der Hagener Feuerwehr ein. Aus Sicherheitsgründen wurde der öffentliche Personennahverkehr am Abend eingestellt. Teilweise war kein Durchkommen mehr. Hauptaufgabe der Helferinnen und Helfer an diesem Abend war es die Fahrbahnen von umgestürzten Bäumen zu befreien. Hier ergab sich für die ehrenamtlichen Helfer teilweise ein erschreckendes Bild. Besonders in den Hagener Höhen lagen an einigen Orten bis zu 100 Bäume auf den Fahrbahnen. Splitt erinnert sich: „Am meisten waren Ketten und Betriebsstoffe für Kettensägen gefragt!“. Damit die Rettungsdienste schnell zu Unfallorten gelangen konnten lag das primäre Ziel in der Räumung der Straßen und Zufahrtswege. Kurz vor Mitternacht war der Einsatz an diesem Donnerstag vorbei. Aber schon am nächsten Morgen wurde das Technische Hilfswerk erneut zu mehreren Einsätzen hinzugezogen. Erst bei Tageslicht konnte das gesamte Ausmaß der Katastrophe eingesehen werden. Und so mussten die Helferinnen und Helfer auch am Freitag bis in den späten Nachmittag umgestürzte Bäume aus Einfahrten räumen oder darunter begrabene Fahrzeuge freilegen.

Noch heute sind die Erinnerungen in den Köpfen der Helferinnen und Helfer vorhanden. Zumal auch die Hagener Wälder mit ihrem heutigen Erscheinungsbild auf lange Zeit an diesen Donnerstag im Januar 2007 erinnern werden.


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