Sabotage in Großkläranlage, Großbrand und Hochwasser
Die Kernaufgaben der FGr WP wurden in vier Szenarien geübt. In einer Großkläranlage wurden zwei wichtige Leitungen sabotiert, so dass der Betrieb der Anlage gefährdet war und dahinterliegende Schwerindustrie die Produktion herunterfahren musste. Das THW überbrückte diese Leitungen über fünf parallel verlaufende Schlauchstrecken. Großpumpen förderten hierdurch Wassermengen mit einer Förderleistung von 5.000 l bis 15.000 l/min.
Ein Brand in der Elektroverteilung führte zum Ausfall eines Pumpwerkes. Hier sicherten die Einsatzkräfte den Wasserfluss zur Kläranlage über anderthalb Kilometer mit fünf weiteren Großpumpen.
Zur Bekämpfung eines fiktiven Großbrandes in einer Kokerei arbeiteten THW-Kräfte mit der Werkfeuerwehr Hand in Hand. Sie stellten Löschwasser in einer Menge von rund 13.000 l/min bereit. Das Wasser wurde hierzu mit Elektropumpen aus dem Rhein entnommen und mit Großpumpen zur Einsatzstelle gefördert. Aus zwei Behältern mit einem Fassungsvermögen von 48.000 Litern entnahmen die Einsatzkräfte der Feuerwehr ihr Löschwasser.
Hervorragende Zusammenarbeit
In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Duisburg wirkten weitere FGr WP in der Hochwasserübung „Flash Flood Breaker“ mit.
Insgesamt verlegten die Einsatzkräfte rund 3,3 km Schlauchstrecken und förderten mit ihren Pumpen bis zu 45.000 l/min, unter anderem in mehrere mobile 24.000 l-Becken.
Neben den FGr WP, die durch Zugtrupps geführt wurden, übten auch der Fachzug Logistik mit zwei Fachgruppen Materialwirtschaft reale Szenarien. Fahrzeuge mussten eingeschleppt und repariert, Pumpenteile ausgetauscht werden.
Als Grundlage für die Übung bildeten der Ortsverband Duisburg sowie eine Fachgruppe Verpflegung einen Bereitstellungsraum zur Unterbringung der THW-Kräfte über das gesamte Wochenende. Ein Fachzug Führung / Kommunikation unterstützte die Übungsleitung bei der Durchführung des fiktiven Einsatzes.
Ein großer Dank geht an die Emschergenossenschaft sowie die ThyssenKrupp Steel Europe AG (TKSE) für die Nutzung der Gelände sowie an die Werkfeuerwehr TKSE und die Feuerwehr Duisburg für die sehr gute Zusammenarbeit. „Im Einsatzfall ist es wichtig, dass man sich aufeinander verlassen kann – das hat die Übung in Duisburg einmal mehr gezeigt. Als THW sind wir froh, dass wir viele externe Partner haben, mit denen wir nicht nur im Einsatz kooperieren können.“, fasst Alexander Heynen aus der Übungsleitung zusammen.
Mit der „FÜLEX25“ findet aktuell die bislang größte landesweite Zivilschutzübung des Technischen Hilfswerks in Nordrhein-Westfalen statt. An vier Wochenenden im August und September üben pünktlich zum 75. Jubiläum des THW mehr als 4.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte 40 realistische Szenarien. In Duisburg stellten insgesamt 330 Einsatzkräfte aus 31 Ortsverbänden und über 85 % aller Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen des THW-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen ihr Können unter Beweis.
Die umfangreich angelegte Übungsserie bietet damit eine einmalige Gelegenheit, Ausbildung und Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen auf ein neues Niveau zu heben und einen weiteren großen Schritt in Richtung Zivilschutztüchtigkeit zu machen. Ziel der Übung ist es, die Fähigkeiten des THW im Zivilschutz sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit der Einheiten zu trainieren. Angesichts der aktuellen politischen Lage will das THW in den nächsten Jahren seine Zivilschutzfähigkeit gezielt stärken.
Insgesamt haben rund 900 Einsatzkräfte an diesem Wochenende, darunter alleine 330 in Duisburg, für den Ernstfall geübt. Teilgenommen haben die Ortsverbände Arnsberg, Bergisch Gladbach, Bergneustadt, Bonn, Bottrop, Detmold, Duisburg, Dülmen, Düsseldorf, Erkelenz, Essen, Gütersloh, Hagen, Halver, Heiligenhaus/ Wülfrath, Herne, Iserlohn, Köln-Porz, Krefeld, Lengerich, Mülheim, Oberhausen, Paderborn, Ratingen, Rheine, Siegburg, Simmerath, Solingen, Übach-Palenberg, Werne und Velbert.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite https://story.thw.de/fuelex2025.